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Ernaehrung, Coaching, Bewegung by Sinah

Meine 5 Tage Saftkur mit Antidote

Hey ihr Lieben,

ich weiß, die Saftkur ist schon gefühlt ewig her, aber die zwei Monate vor Kapstadt waren etwas verrückt mit unterrichten, Geburtstage und natürlich meinem Buch „Yoga Flow Balance“. Jetzt nach der ersten Woche in Kapstadt und auch etwas entspannen genieße ich es endlich wieder mehr Zeit für den Blog zu haben. Deswegen bin ich so gerne „Tausendsassa“, denn wenn eine Sache weniger präsent ist, kann ich mich umso mehr auf eine andere konzentrieren. Also, jetzt endlich zu meinen 5 Tagen Saftkur mit Antidote Bio im Rahmen der „Happymindbody Challenge“ und den ganzen fleißigen Challenge Ladies und Gentlemen.

Ich war zwar dieses Jahr kaum auf der Wiesn und habe sage und schreibe nur 1,5 L Bier getrunken. Hätte mir das jemand vor 3 Jahren gesagt, hätte ich das niemals geglaubt, also absoluter Wiesn Fan. Da ich aber im August/September zwei Wochen in Kanada war mit sehr ausgiebigem Essen und dann noch in der Türkei für ein Shooting, war die Saftkur für mich der perfekte Kickstart, um aus dem übermäßigen Zuckerkonsum wieder herauszukommen.

Ich möchte gleich am Anfang hervorheben, dass ich meine Challenges und Saftkur auf keinen Fall mache um abzunehmen oder etwas Ähnliches. Ich mache diese Sachen, um aus Gewohnheiten, Zwängen und Süchten auszubrechen. Die Saftkur ist für mich perfekt, um aus dem dauernden Essenkonsum auszubrechen und dem Körper durch Fasten eine Pause zu geben.
Bei mir ging es mit einem eher ruhigen Montag los, was perfekt ist für den Safttag. Das schlimmste ist, wenn man anderen beim Essen zuschauen muss. Hunger hatte ich eigentlich die ganzen 5 Tage nicht, nur Appetit. In unseren „Happymindbody Challenge“ Gruppe auf Facebook haben wir uns gegenseitig motiviert und unterstützt. Das war wirklich eine sehr große Hilfe, denn alleine ist so eine Saftkur wirklich schwierig. Ich gebe ganz ehrlich zu, dass ich morgens trotz der Saftkur meinen geliebten Kaffee zu mir genommen habe, da ich an meinem Buch schreiben durfte und nicht durch Kopfschmerzen abgelenkt sein wollte. Dazu reagiert mein Verdauungstrakt sehr positiv auf die eine Tasse Kaffee am Morgen und sehr schlecht auf Veränderung. Da war für mich meine funktionierende Verdauung etwas wichtiger ist, da ich seit ich denken kann damit Probleme habe und jeden Tag, wo alles funktioniert mich freue wie ein Schnitzel. Aber das ist für wann anders, wie sehr die Gesundheit unseres Darms sich auf unsere Laune, Wohlfühlen und unsere Gesundheit auswirkt.

Tag 1 war eigentlich kein Problem und nachdem ich bereits zweimal einen Tag und einmal drei Tage gefastet hatte, war es mir jedes Mal leichter gefallen. Das einzige wovor ich etwas Angst hatte, war mein Sportpensum in der Woche, da ich weiterhin unterrichtet habe und dazu noch 2 Yoga Workshops hatte. Da Mittwoch mein intensivster Tag ist und ich am Abend auch noch einen zwei stündigen Yoga Workshop hatte, habe ich Dienstag Abend eine leichte Suppe zu mir genommen, da ich der Meinung bin, dass man auf seinen Körper hören muss und ich nicht geschwächt in meinen Mittwoch wollte. Überraschend gut lief auch dann Tag 2 und Tag 3. Insgesamt hatte ich weniger Energie als sonst, mir war etwas kälter als sonst, aber im Großen und Ganzen hatte ich kaum Nebenwirkungen. Nur Appetit, aber keinen Hunger. Das Hauptproblem aller war wohl das Frieren, da es schon ziemlich kalt war Anfang Oktober und die anfänglichen Kopfschmerzen aufgrund des Zucker- und Koffeinentzugs.

Auf Grund von ein paar Lieferschwierigkeiten bei Antidote Bio wegen unerwartet vielen Bestellungen (es waren beinahe 30 bei der Challenge alleine) und unterschiedlichen Wochenplänen, haben viele der Challenger an unterschiedlichen Tagen mit der Kur angefangen. Wenn man sich dann in Kursen getroffen hat, war immer die Frage „Welcher Tag bist du gerade?“ und man konnte sich mit schon gemachten Erfahrungen unterstützen oder auch etwas Schadenfreude entwicklen, falls jemand noch am Anfang stand. Für alle war wohl Tag 3 der anstrengendste und der Neid war groß wenn man auf jemanden getroffen ist, der schon weiter fortgeschritten war in der Saftkur. Wie ein Ausblick in die Zukunft war das dann. Hier im Bild seht ihr mich als Tag 4 und Eileen bereits fertig mit der Saftkur.

Nach Tag 3 war bereits das meiste vorbei und es ging Richtung Ende und die Vorfreude auf ein leckeres Frühstück schien an zu steigen. Aber auch die letzten beiden Tage liefen entspannt ab und der Körper funktionierte wirklich ohne Komplikationen. Es ist wahnsinnig überraschend wie viel Zeit man plötzlich hat wenn alle Tätigkeiten die mit Essensbeschaffung zusammenhängen wegfallen: einkaufen, kochen, essen, abspülen, aufräumen. Dafür fallen aber auch wahnsinnig viele soziale Unternehmungen weg, worauf ich mich am Wochenende umso mehr gefreut habe.

Das wohl schönste Resume war von allen Teilnehmer/innen, dass der Verzicht auf etwas und die damit verbundene Vorfreude wahnsinnig erfüllend und schön ist. Wir leben in einer Gesellschaft, wo man immer alles sofort haben kann, im Endeffekt fehlt es uns an wirklich nichts und jeglicher Wunsch kann mehr oder weniger sofort erfüllt werden.

Hier noch eine kleine Zusammenfassung der drei Aspekte, die eine Saftkur ansprechen:

1. Körperliche Aspekte

Natürlich fühlt man sich schlanker und leichter, wenn man ein paar Tage nichts isst, jedoch ist eine Saftkur nicht zum Abnehmen gedacht. Die vermeintlichen Gramm weniger kommen sofort wieder. Jedoch ist es ein wunderschönes Entgiftungsprozess für den Körper vor allem im Bezug auf Süchte wie Zucker, Koffein und Alkohol. Daher kann es zu Entzugserscheinungen an den ersten beiden Tagen kommen wie Kopfschmerzen und Müdigkeit. Ich hatte auf alle Fälle  weniger Energie, aber man nimmt natürlich auch weniger zu sich. Es ist jedoch erstaunlich wie wundervoll der Körper auf seine Reserven zurückgreifen kann und wie oft man gar nicht aus Hunger oder Notwendigkeit irgendwas in sich hineinisst. Seit der Saftkur habe ich wieder eine bessere Verbindung zu meinem Hungergefühl und kann mehr differenzieren zwischen dem was mein Körper braucht und was Gelüste meines Kopfes sind. Ich möchte meinen Körper ausgewogen und gut ernähren für einen starken und gesunden Körper der mir mein sehr aktives und wunderschön volles Leben ermöglicht. Jedoch liebe ich essen auch manchmal so sehr, dass ich mich fast täglich überesse und immer mehr zu ungesunden Alternativen greife.

2. Energetische Aspekte

Da ich ein Mensch bin, der dazu neigt keine Pause zu machen und ist die Saftkur eine wundervolle Bremse. Einfach mal etwas mehr langsamer machen und runterzufahren. Die rohen, kaltgepressten Säfte aus reichlich Gemüse und Obst geben mir auf alle Fälle genug Energie für meinen Alltag, aber ich musste doch zwischendurch mich öfter einfach mal hinlegen, eine Lesepause machen oder bewusst runterfahren. Auch wird der Kopf und Geist etwas ruhiger, da nicht so viel überschüssige Energie zu verfügung steht. Das war für mich erstmal gewöhnungsbedürftig, da ich selten richtig platt bin, aber am Ende hat mir die Woche Ruhe wirklich gut getan und mich mehr fokussiert.

3. Mentale Aspekte

Wie bereits am Anfang erwähnt, ist für mich die mentale Komponente bei einer Saftkur viel prominenter als die körperliche. Wir sind so darauf trainiert uns dauernd mit essen zu beschäftigen: Mit Freunden wird gegessen, dauernder Konsum ohne es wahrzunehmen, wenn mir langweilig ist mach ich mir schnell was kleines zu Essen und schon wird Essen nur noch zur Beschäftigung. Das spiegelt sich ganz klar in unser immer dicker und ungesünder werdenden Gesellschaft wider. Ich liebe Essen und möchte auf keinen Fall irgendwelche Essstörungen und ein gestörtes Verhalten zu Essen triggern, aber dauerndes konsumieren von Essen, überessen und mehrmals die Woche ganz klar über das Sättigungsgefühl hinaus zu essen ist auch ein gestörtes Verhältnis dazu. Essen ist unsere wundervolle Energiequelle neben Wasser und Sauerstoff. Ich möchte meinen Körper positiv durch essen versorgen und nicht als emotionales und mentales Subsitut verwenden, wenn ich mit meinem Leben, Körper, Job oder Aussehen unzufrieden bin.

Daher kann ich eine gut geplante Saftkur oder Fasten sehr empfehlen. Bitte höre auf deinen Körper und differenziere zwischen Gelüsten und wenn dir etwas nicht gut tut. Fange auch erstmal mit einem Tag an, dann mal drei und dann vielleicht mal fünf. Suche dir jemanden, der das mit dir zusammen macht und ihr euch austauschen könnt. Mache keinen exzessiven Sport nebenher und gib dich der reduzierten Energie einfach hin und nutze die überschüssige Zeit für lesen, malen, positives entspannen und nicht nur vor Netflix hängen.

Bei weiteren Fragen schreib mir gerne,

Deine Sinah

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